Jugendgruppe

Kinder- und Jugendtraining im CYCM – eine erfolgreiche Saison 2021

Seit 2013 bietet unser Verein professionelles Kinder- und Jugendtraining an. Dafür stellen wir Boote verschiedener Klassen zur Verfügung, die von entsprechenden Altersgruppen genutzt werden. Auf den zehn „Optis“ trainieren in dieser Saison 16 Kinder und Jugendliche im Alter von sieben bis 12 Jahren unter der Obhut von unserer Jugendtrainerin Karla Klages. Für die Fortgeschrittenen 13 bis 18jährigen, die auf den drei ebenfalls vereinseigenen 420er Booten segeln, ist der Cheftrainer für die Jugendlichen Lukas Merle zuständig. Aber auch die weiteren Vereinsboote (505er, Contender, Laser, Laser Bahia) stehen bei Bedarf zur Verfügung. Weiter im Kinder- und Jugendtraining engagieren sich René Höbel und Henrik Stratmann. Ansprechpartner für Jugendtraining und Schnuppersegeln ist Lukas Merle z.B. via jugend<at>cycm.de.

In den kalten Wintermonaten erfolgt alle 1-2 Wochen intensiver Theorieunterricht zur Physik des Segelns, Seemannschaft, Regeln auf dem Wasser einschl. Wettfahrtregeln, aber auch Knoten müssen gelernt und geübt werden. In den Sommermonaten geht es so oft als möglich aufs Wasser, selbstverständlich mit einer Trainerin oder einem Trainer im Sicherungsboot. Bevor der Nachwuchs alleine aufs Wasser darf, muss ein erster Segelschein (Jüngstenschein) erworben werden, dem eine Prüfung in Theorie und Praxis nach den Vorgaben des Deutschen Seglerverbandes (DSV) zugrunde liegt und die von den Trainern abgenommen wird. Intensives praktisches Training erfolgt in Trainingslagern. In dieser Saison wurde für die Optis ein Trainingslager am Cospundener See durchgeführt. Acht Kinder und vier TrainerInnen übten intensiv an einem Wochenende (02-04.07). Die Älteren fuhren zu acht mit vollbepacktem Trailer (drei 420iger, einem Laser und Sicherungsboot) zum intensiven Training nach Kiel.

 

Henrik & Cedrik auf dem 420er

Kein Wunder also, dass unsere Jugendlichen aktiv bei Ranglistenregatten teilnehmen und dabei bereits zahlreiche Erfolge erzielen konnten. Bei der Mitteldeutschen Jugendmeisterschaft (MDJM), die auf dem Cospudener See vom 27. – 29. August im Rahmen der Mitteldeutschen Segelwoche stattfand, belegte Cedric Otto zusammen mit Thomas Schrepfer auf einem 420er den sensationellen ersten Platz. Cedric hatte zuvor bereits mit Steuerfrau Valentina Tast bei der Ixylon-IDM einen hervorragenden 6. Platz belegt. Damit nicht genug, der erfolgreiche Jungsegler ist in weiteren Bootsklassen unterwegs und hat beim diesjährigen SchlabuCup am Schladitzer See auf einem ILCA7-Laser den 3. Platz belegt. Auch ein Opti-Segler, Leopold Brückner, hat bei dieser Regatta einen hervorragenden 7. Platz belegt. Der Verein ist sehr stolz auf seinen Nachwuchs und bedankt sich herzlich für den großartigen und unermüdlichen Einsatz der Jugendtrainerinnen und Trainer.

Nachgefragt bei Cedric Otto:

Du bist sehr aktiv beim Segeln und in verschiedenen Bootsklassen sehr erfolgreich unterwegs. Wie unterscheiden sich die Boote, und mit welchem segelst Du am liebsten?

Die Boote sind zwar sehr unterschiedlich und trotzdem lassen sich viele Kniffe des einen Bootes auf das Segeln der Anderen anwenden. Ixylon und 420er sind als Vorschoter sehr ähnlich, allerdings ist ein großer Unterschied, dass ich für den 420er ziemlich schwer und für die Ixylon ziemlich leicht bin. Die deutlich längeren Schoten auf der Ixy machen Manöver etwas anspruchsvoller, dafür ist der 420er deutlich kippeliger und viel sensibler für Gewichtstrimm. Der große Unterschied der beiden Jollen zum Laser ist das Trapez. Bei der einen Regatta, die ich im Laser gesegelt bin, fand ich bemerkenswert, welchen Unterschied die Athletik des Seglers gemacht hat. Vor allem auf der Kreuz war das Segeln körperlich viel anstrengender, was die Konzentration auf Taktik deutlich schwieriger gemacht hat. Einen Favoriten unter den drei Booten habe ich allerdings nicht, weil alle auf ihre eigene Weise Spaß machen.

Valentina & Cedric bei der IDM der Ixylons

Wie bist du zum Segeln gekommen und wie lange segelst du schon?

Zum Segeln gekommen, bin ich über einen einwöchigen Segelkurs beim SVL, dessen Abschluss die Prüfung zum Jüngstensegelschein war. Danach hatte ich einige Jahre nicht viel mit Segeln zu tun, bis meine Familie sich vor fünf Jahren etwa eine Ixylon kaufte. Ab da habe ich mit zurückhaltendem Regatta-Segeln begonnen und Spinnaker sowie Trapez fahren gelernt. Als ich 2019 an der Landesjugendmeisterschaft teilnahm, habe ich Henrik kennengelernt und danach am Jugendtraining teilgenommen. Ab da begann meine Leidenschaft für das Segeln und das regelmäßige Training hat mich deutlich weitergebracht.

Woher kommt deine hohe Motivation?

Meine hohe Motivation kommt daher, dass mir Segeln unfassbar viel Spaß macht und ich viel Freude daran habe, sowohl Manövertraining also das Perfektionieren von Bewegungsabläufen als auch Proberegatten also eher Taktiktraining zu machen. Die Mischung aus körperlicher Anstrengung, adrenalingeladenem Starkwind-Segeln und taktischen Entscheidungen bei Regatten machen für mich den großen Reiz am Segelsport aus.

Du investierst viel Zeit in den Segelsport, was machst du, wenn du mal nicht segelst?

In der Zwischenphase zwischen Abitur und Studium, welches Mitte Oktober begonnen hat, konnte ich besonders viel Zeit mit Segeln verbringen. Ansonsten habe ich während der Schulzeit nebenbei in einem Saxophonquartett und einer Funkband Alt- beziehungsweise Bariton-Saxophon gespielt und Leichtathletik betrieben.

Was denkst Du, ist Dein Erfolgsrezept und was sind Deine Pläne für Deine (Segel-)Zukunft?

Ich denke mein Erfolgsrezept ist ein gutes taktisches Verständnis wie man Gegner angreift oder sich gegen einen Angriff verteidigt und starkes Spinnakersegeln auf den raumigen Kursen.

Da ich nun umgezogen bin, ist die Frage zu meiner Segel-Zukunft nicht wirklich einfach zu beantworten. Neben dem Studium plane ich definitiv weiter mit Valentina Tast an Ixylon-Regatten teilzunehmen, suche aber in Karlsruhe noch nach einer neuen Bootsklasse, in der man regelmäßig trainieren kann. Bisher habe ich dahingehend gute Aussichten in die Korsar-Klasse einzusteigen.

Was empfiehlst Du jungen Mitsegler*innen?

Erfahrung sammeln ist das Wichtigste, um weiterzukommen. Manövertraining und Trimmanleitungen helfen nur bis zu einem bestimmten Punkt und ab da gilt es taktische Erfahrung zu sammeln und Fehler in Regatten nicht zu wiederholen. Verlieren gehört dazu.

Zum Schluss ein Statement von Dir

Über die letzten beiden Jahre sind dominant Henrik und ich als einziges Vereinsteam die Jugendregatten gesegelt, weshalb ein großer Platz in der Gruppe frei geworden ist. Ich hoffe, dass es ein Jugendteam im Verein geben wird, welches diesen Platz einnimmt und dann Ehrgeiz entwickelt das Training voranzutreiben.



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